Fliegen lernen

Grundsätzlich: Macht es Euch aber nicht so schwer und kommt einfach bei uns auf dem Clubgelände vorbei. Am besten ohne Modell! Der Verein hält für das sogenannten „Schnupperfliegen“ und die ersten Flugstunden genug Übungsmaterial bereit und stellt auch gerne Lehrer-Schüler-Equipment. Alles weitere was notwendig ist und Informationen zu Kosten (die gar nicht so hoch sind, wie immer gesagt wird) sollten am besten in persönlichem Gespräch mit erfahrenen Modellflugpiloten geklärt werden.

Also – los geht’s, wir sehen uns auf dem Clubgelände an einem Samstag oder Sonntag Nachmittag bei gutem Wetter.

Der nachfolgende (gekürzte) Text entstammt der Quelle RC-Network.de

Modellflug, egal ob mit Hubschraubern, Flächenflugmodellen oder anderen Flugmodellen, ist sicher ein faszinierendes Hobby. War der Einstieg früher noch mit finanziellen Hürden und spürbarem Aufwand verbunden, machen es einem heute flugfertige Komplettsets leicht, heute zu kaufen und morgen zu fliegen.

Oft ist der erste Flug dann aber auch der letzte, sei es, weil das billige Modell nicht hält, was man sich davon versprochen hat, oder auch, weil ein paar grundlegende Dinge nicht beachtet wurden.

Modellfliegen ist nicht schwer; aber es ist möglicherweise auch nicht ganz so unproblematisch, wie es die Werbung verspricht. Um Frustration vorzubeugen, lohnt es sich, sich zunächst mit ein paar grundsätzlichen Überlegungen vertraut zu machen.

Das erste Modell

Das erste Modell entscheidet darüber, ob man ein faszinierendes neues Hobby hat, oder sich enttäuscht anderen Dingen zuwendet. Dem ersten Impuls, ein Modell zu erwerben, dass einem zufällig im Baumarkt oder in einem Webshop über den Weg läuft, sollte man daher besser widerstehen.

Welche Modelle tatsächlich für den Einstieg taugen, läßt sich im Abschnitt Modellwahl herausfinden.

Hilfen und Informationsquellen

Auch, wenn die Werbung mitunter „heute kaufen – morgen fliegen“ suggeriert, ist es so einfach nicht. Dass ein Modell das tut, was man möchte, kann man nicht aus einer dreiseitigen, schlecht übersetzten Anleitung lernen. Und im Gegensatz zu Computerspielen ist „probieren, bis es geht“ keine gute Strategie, denn Flugmodelle sind keineswegs unzerstörbar. Dennoch sind Flugsimulatoren mit die beste Möglichkeit, ohne Bruchrisiko Flugfertigkeiten zu erwerben. Es gibt tolle Freeware-Simulatoren, die völlig ausreichend sind, um die Grundlagen zu erlernen. Schon der einfachste Flugsimulator hilft die Gedanken-Finger Koordination zu trainieren. Vor allem die Ruderumkehr beim Steuern auf den Piloten zu und die Landeeinteilung lassen sich hier als Trockenübung absolvieren. Einige Anfängermodelle gibt es direkt als Modell im Flugsimulator, aber auch mit nur ähnlichen Modellen kann man gut trainieren.

Es soll Menschen geben, die sich das Modellfliegen selbst beigebracht haben. Das ist aber nicht nur die Ausnahme, sondern es gibt auch eine große Gefahr, dass man sich dabei Fehler antrainiert, die man sich später nur sehr schwer wieder abgewöhnen kann. Hier unterscheidet sich der Modellflug nicht von anderen Sportarten. Individuelle, persönliche Hilfe mag im Internet-Zeitalter etwas aus der Mode gekommen sein. Tatsächlich ist aber die Anleitung durch einen erfahrenen Modellpiloten die beste Hilfe, die man bekommen kann. Und fast die einzige Möglichkeit, sauber fliegen zu lernen. Dafür gibt es Modellflugvereine, und zwar so viele, dass immer einer in der Nähe ist.

Haftungsfragen

Ein ernstes Thema, über das wenig informiert wird und das daher leicht unterschätzt wird. Seit 2008 ist das Fliegen mit Flugmodellen versicherungspflichtig, und dazu reicht Papas Privathaftpflichtversicherung (so er denn eine hat) in den allermeisten Fällen nicht aus. Zwar ist das Gefährdungspotenzial eines Einsteiger-Parkflyers nicht so hoch einzustufen wie das eines „richtigen“ Flugmodells, aber man sollte es auch nicht unterschätzen. Über kurz oder lang kommt man schon aus diesem Grund an der Mitgliedschaft in einem Verein nicht vorbei, denn die beinhaltet auch die notwendige Versicherung.

Modellwahl

 Das „passende“ Modell ist das A und O. Ein billiges Spielzeug kann einem dabei genauso den Spaß verderben wie ein Modell bester Qualität, das dann aber vielleicht nicht zu einem passt oder das man nicht beherrscht.

Zwei Dinge gilt es zu beachten: Die Modellart und die Ausstattung. Es waren mal drei Dinge, aber die Antriebsart spielt bei Einsteigermodellen heute kaum noch eine Rolle.

Das Modell

 Ein gutes Einsteigermodell muss vier Anforderungen erfüllen:

  1. Es muß einfach zu fliegen sein. Wäre das Modell nicht einfach zu fliegen (im Pilotenjargon: „zickig“), wird man nicht nur unbeabsichtigte Abstürze haben, es ist für den Piloten auch nicht erkennbar, warum das Modell plötzlich nicht so reagiert, wie es soll.
  2. Es muß robust sein, also auch Abstürze oder unsanfte Landungen überstehen. Wichtig zum Erlernen des Modellflugs ist einfach die Zeit in der Luft. Wenn nach jeder Landung größere Pausen drohen, weil das Modell repariert werden muss, wird sich der Aufbau des Erfahrungsschatzes zwangsläufig in die Länge ziehen.
  3. Es muß einfach zu handhaben sein. Dazu gehört, dass man das Modell nach der Landung schnell wieder in die Luft bringen kann, also z.B. den Akku schnell auswechseln kann, und nicht zum Laden des Flugakkus nach Hause fahren muss und, nicht zu vergessen:
  4. es muß Flugspaß bieten! Dieser Punkt ist vielleicht der komplexeste. Ein Modell kann einfach zu fliegen, robust und handhabbar sein, dabei aber so langweilig sein wie ein Fesselballon. Es muss also trotz allem agil genug sein und die Steuerbefehle des Piloten gut umsetzen, so dass neben dem Lern- auch ein Spasseffekt einsetzt.

…weiterlesen unter RC-Network.de

Welche Modellvarianten werden im Fachhandel und Internet heute unterschieden?

RTF-Modelle (RTF = Ready To Fly) sind komplett ausgerüstet und erfordern keinerlei Arbeit im Aufbau. Oft werden sie komplett mit Fernsteuersender und „allem Zubehör“ geliefert. Das hat den Vorteil, dass man nicht zu dem Modell noch Komponenten wie Antrieb, Servos etc. passend auswählen und zukaufen muß. Man sollte sich aber im klaren darüber sein, dass es sich dabei seltenst um qualitativ hochwertiges Equipment handelt. Der Sender und ggf. das Ladegerät wird man schon beim zweiten, spätestens beim dritten Modell gegen etwas besseres austauschen, und man sollte sich schon überlegen, ob man nicht lieber ein ARF-Modell kauft und das gesparte Geld gleich in hochwertigeres Equipment investiert.

Bei ARF-Modellen (ARF = Almost Ready to Fly) beschränkt sich der Aufbau auf die Endmontage und den Einbau der RC-Komponenten. Ein Vorteil ist, dass man die Komponenten selbst wählen kann – und die eingebauten Teile auch wieder entfernen und in anderen Modellen verwenden kann. ARF-Modelle erfordern nur ein Minimum an handwerklichem Geschick und können auch von Leuten mit „zwei linken Händen“ montiert werden.

Die Baukasten-Modelle bekannter Anbieter erfordern im Aufbau mitunter einiges Können. Wer noch kein Modell gebaut hat und sich trotzdem an die Materie wagen möchte, sollte sich von einem Fachhändler beraten lassen, um nicht gleich ein Modell zu erwischen, das ihn überfordert. Ein schlecht gebautes Modell wird nicht unbedingt gut fliegen.

„Schaumwaffel“ oder Klassisch?

Da das erste Modell jedes Piloten unsanften Bodenkontakt haben wird, empfiehlt es sich auch, einen Blick auf das Material zu werfen, aus dem der Flieger besteht. Eigentlich ist es heute keine Frage mehr. Modelle aus EPP oder ähnlichen zähelastischen Hartschäumen mögen von „alten Hasen“ mitunter belächelt werden, aber sie bieten keineswegs schlechte Flugleistungen und sind überaus robust. Holzkonstruktionen lassen sich zwar reparieren, doch erfordert auch dies eine gewisse modellbauerische Erfahrung.

Vorsicht ist geboten bei Modellen aus Styropor oder Depron. Speziell Styropor ist nicht elastisch und bricht bei Überlastung.

Motormodell, Segler oder Fun

Unabhängig von der Antriebsart (also Verbrenner/Elektro) wird dem Einsteiger eigentlich immer ein (Motor-)Segelmodell empfohlen. Der Grund liegt darin, dass Segelflugzeuge etwas größer sind und vergleichsweise langsam fliegen – und deshalb dem Piloten mehr Zeit zum reagieren (und korrigieren) lassen als schnellere Modelle. Dabei geht es weniger um reine Segler als mehr um die inzwischen enorm verbreiteten Elektrosegler. Dabei bleiben die Vorteile des Segelflugzeugs erhalten, aber der Motor lässt das Flugzeug selbst auf Höhe steigen.

… so, das soll es zum einlesen an dieser Stelle einfach mal gewesen sein.

Schaut bei uns vorbei und wir klären Eure offenen Fragen und schon kann es losgehen.

Holm- und Rippenbruch!